Beim Reisen geht der Blick voraus. Das ist bei einer Fahrt mit der Rittner Schmalspurbahn, dem „Bahndl“, wie man es auf dem Ritten liebevoll nennt, anders. Diese historische Bahn führt uns nämlich nicht nur von Maria Himmelfahrt über Oberbozen bis nach Klobenstein, sondern auch tief hinein in die Geschichte des Reisens.

Die beginnt für die Schmalspurbahn im Hochsommer 1907. Damals wird die stolze Rittner Bahn eröffnet, ein technisches Wunderwerk, für das man bei den Schweizer Bergbahnen Anleihen genommen hat. Direkt vom Herzen Bozens, dem Waltherplatz, geht es mit der Zahnradbahn zuerst hinaus aus der Stadt und dann steil bergan. Schließlich sind auf der Fahrt nach Maria Himmelfahrt auf dem Ritten fast 1000 Höhenmeter zu überwinden. Eine phantastische Leistung!

Eine Fahrt mit der Rittner Schmalspurbahn führt zu den touristischen Ursprüngen

Einmal in Maria Himmelfahrt angekommen, konnte „das Bahndl“ verschnaufen, denn von dort aus ging die Fahrt ohne nennenswerten Höhenunterschied über Oberbozen und Lichtenstern nach Klobenstein. Dort war Endstation.

Endstation für die Zahnradbahn war das Jahr 1966: Weil man damals europaweit glaubte, Bahnen gehörten der Vergangenheit an, wurden sie nach und nach aufgelassen. Auch jene auf den Ritten. Was blieb, war nur das ebene Stück am Ritten selbst als letzte Schmalspurbahn Südtirols. Aus einer Verbindung Bozen-Ritten wurde damit eine Verbindung Maria Himmelfahrt-Klobenstein. Als solche wird sie heute nicht nur von den Rittnern selbst geschätzt, sondern auch von zahlreichen Gästen, die eine Fahrt der besonderen Art erleben wollen. In den zum Teil historischen Waggons fühlt man sich wie auf einer Zeitreise, zudem zieht vor den Fenstern ein Panorama vorbei, das mit wenigen auf der Welt vergleichbar ist: Dolomitengipfel um Dolomitengipfel vor einem meist strahlend blauen Himmel.

Und damit Sie das Rittner Bahndl auch bestimmt nicht verpassen, geht’s hier zum Fahrplan.

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